Also ran an den Kochlöffel 2

Also, ran an den Kochlöffel
Der Thüringer Hobbykoch Hans Marcher kocht in dieser Woche in mehreren TV-Shows

stz-Interview | Der Thüringer Hobbykoch Hans Marcher kocht in dieserWoche in mehreren TV-Shows Hans Marcher (37), gebürtiger Bayer, seit vielen Jahren in Erfurt zu Hause, kocht gern und oft – in dieser Woche im TV, bis Freitag beim „Perfekten Dinner“ auf VOX, in der „Küchenschlacht“ mit Sarah Wiener (ZDF, 14.15 Uhr) und bei „Kerner kocht“ (ZDF, Freitag, 0.05 Uhr). Die Bild -Zeitung hat ausgerechnet, dass Hans Marcher diese Woche mit 545 Minuten länger im Fernsehen zu sehen ist als Günther Jauch (225 Minuten).

Wann haben Sie Ihre Leidenschaft entdeckt?

Früh. Ich stand von Kindesbeinen an mit Mutti in der Küche. Ich habe Kuchen gebacken und dabei ihr Backbuch zu Hilfe genommen. Das Kochen kam mit dem Umzug in die neuen Bundesländer. Kurze Zeit später entstand die Aktion „Freunde kochen für Freunde“. So kam ich vom Backen zum Kochen.

Und wie kamen Sie jetzt ins Fernsehen?

Durch die Veranstaltung „Freunde kochen für Freunde“ habe ich viele Leute kennengelernt. Ich denke, ihnen hat vielleicht meine Art gefallen. Für die Sendungen jetzt bin ich von den Fernsehverantwortlichen angerufen und gefragt worden, ob ich mitmachen will.

Woher holen Sie sich Inspirationen für Ihre Gerichte?

Ich habe viele Kochbücher, schaue mir Fotos an. Ich lasse mich im Urlaub inspirieren, achte beispielsweise auf Obst, Gemüse oder Gewürze und frage: Was kann ich daraus machen? Man muss den Mut haben, auch etwas Verrücktes auszuprobieren, Experimente zu wagen.

Apropos Experimente: Auf Ihrer Homepage geben Sie an, ein experimentierfreudiger Mensch zu sein. Können Sie sich an ein Kochexperiment erinnern, das grandios fehlgeschlagen ist?

Ja klar, es gab einige. Aber wenn man improvisieren und das verkaufen kann, was man gebrutzelt hat, ist es nicht so schlimm. Manche kochen nach Kochbuch und machen sich verrückt, wenn sie bemerken, dass ihnen eine Zutat fehlt. Fragt man sie dann, ob sie das Gericht überhaupt probiert haben, sagen sie nein.

Der Klassiker: Im Backofen schmort der Braten – leider zu lange und wenn man ihn endlich rausholt, ist er verkohlt.

Ich habe auch schon eine verkohlte Tiefkühlpizza aus dem Ofen geholt. Das ist alles menschlich. Ich stelle an mich keine kulinarischen Hochleistungsansprüche und gehe auch mal zu McDonald‘s oder hole mir einen Döner. Man kann nicht jeden Tag ein filigranes, schnörkelloses Mahl zubereiten. Das Kochen muss man entspannt sehen. Heute wird viel über die Zutaten geredet und dabei wird vergessen, den Spaß zu vermitteln.

Gibt es eine Küche, die Sie besonders mögen?

Ich mag die ehrliche, bodenständige Küche. Gerichte, die mit Produkten zubereitet werden, die man auf dem Markt bekommt und die man auch mal witzig und anders als gewöhnlich zubereiten kann. In unserer Küchenkultur ist heutzutage alles erlaubt. Es kommt auf die Authentizität an.

Verraten Sie uns, welches Gericht Ihr liebstes ist.

Ich liebe Wiener Schnitzel mit Preiselbeeren und Bratkartoffeln. Eine gut zubereitete Roulade mit Kloß esse ich auch immer wieder gern.

Wie definieren Sie gutes Essen?

Wenn es gelingt, Bodenständiges raffiniert zuzubereiten, ohne dass man es zu Tode experimentiert. Das macht gutes Essen aus. Viele servieren Fertigprodukte. Aber man kann auch einmal Rotkraut servieren, ohne das Glas aufzuschrauben. Man kann Klöße machen ohne fertige Kloßmasse. Wenn Sie Nudeln essen wollen, öffnen Sie nicht einfach die Tüte. Machen Sie Ihre Nudeln einmal selbst! Kochen fängt bei den Basics an. Es kann großen Spaß machen, die Sachen selbst herzustellen. Man isst dann auch ehrfürchtiger.

Wie schätzen Sie die Esskultur hier ein?

Sind die Thüringer Gourmets oder sehen Sie Nachholbedarf? Ich versuche, seit 15 Jahren Esskultur in den neuen Ländern populär zu machen. Es besteht Nachholbedarf. Wir leben hier von Traditionsgerichten, aber wir können mehr als Bratwurst und Brätel. Die Begeisterung für gutes Essen nimmt zu, es gibt einen Mitmach-Effekt. Ein Beispiel: „Freunde kochen für Freunde“ hat mit acht Leuten angefangen. Im vergangenen Jahr waren es 3000.

Tragen Kochsendungen dazu bei, die Menschen für gutes Essen zu interessieren?

Eine Minderheit widmet sich der Sache ernsthaft, die Mehrheit schaut nur zu. Aktuell laufen im deutschen Fernsehen 50 Kochsendungen. Man muss die Leute aufwecken. Deutschland muss mutiger werden; also, ran an den Kochlöffel.

Schauen Sie sich Kochsendungen an?

Ich habe wenig Zeit, sie mir anzusehen. Meine Lebensgefährtin erzählt mir manchmal Neuigkeiten.

Sie kochen zusammen mit den Stars der Szene. Begegnen Sie als Hobbykoch den Sterneköchen auf Augenhöhe?

Ich habe Hochachtung. Das sind Profis, die ihren Beruf seit Jahrzehnten ausüben. Denen kann ich nichts erzählen. Sie haben mehr Wissen. Von ihnen kann man viel lernen.

Interview: Diana Unkart
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am 10.12.2017 um 14:46 Uhr